„Woche des Hörens“

Probleme mit den Ohren kommen meist schleichend

Die Fördergemeinschaft „Gutes Hören“ hat die „Woche des Hörens“ ausgerufen. Grund genug, mit einer Hörakustikerin über das Hören zu sprechen, einen Sinn, der oft in den Hintergrund rückt.
Hörakustikerin Verena Werner ist ab Oktober täglich für die Waltroper da. © Simone Hollenhorst

Verena Werner ist Hörakustikerin. Das Wörtchen „Geräte“ ist aus ihrer Berufsbezeichnung seit einiger Zeit gestrichen. Und man ahnt, warum, wenn man sich die modernen Hörhilfen von heute, die vor der 33-Jährigen in ihrem Büro in Waltrop auf dem Tisch liegen, etwas genauer anschaut. Mit „Geräten“ haben die kleinen Knöpfe nicht mehr viel gemeinsam. Die Technik hat in den letzten Jahren in dem Bereich stark aufgeholt. Heutzutage sind Hörgeräte ganz klein, fast unsichtbar, wenn man sie im Ohr trägt. Und sie laufen nicht mehr mit Batterien, sondern mit Akkus. Es gibt sie in bunt, durchsichtig und – seit Neuestem – mit einigem technischen Schnickschnack. „Musik- oder Fernsehstreaming, das ist so das Neueste“, erklärt Verena Werner. Ihren Arbeitsplatz in Waltrop hat die junge Frau aus Dortmund, die übrigens auch Augenoptikerin ist, in diesen Tagen neu bezogen. Ab Oktober ist die Hörakustikerin bei Brillen Rottler in der Fußgängerzone für kostenlose Hörtests, Geräteanpassung und alles rund ums gute Hören zuständig.

Ein Appell zur Vorsorge

Und passend zur „Woche des Hörens“ appelliert sie an alle, sich bei den Ohren und der eigenen Hörgesundheit mehr um die Vorsorge zu kümmern. Denn das Hören ist ein Sinn, der häufig in den Hintergrund rückt. „Probleme mit den Ohren kommen meist schleichend“, weiß Verena Werner. Wer schlecht hört, dem fällt das meist nicht selbst auf, sondern eher seiner Umwelt. Lautes Sprechen oder die Lautstärke des Fernsehers seien häufig Indikatoren dafür. Und: Wenn man zu lange mit dem Gang zum Ohrenarzt oder zum Hörakustiker wartet, dann falle es noch schwerer, sich an eine Hörhilfe zu gewöhnen. Schließlich nehme man seine ganze Umwelt mit einem Hörgerät wieder ganz anders wahr – viel lauter nämlich.

Umwelt wird immer lauter

Apropos laut: „Unsere ganze Umwelt wird immer lauter“, sagt Verena Werner. Fernsehen, Computer und Smartphones tragen ihren Teil dazu bei – und natürlich auch Kopfhörer, die immer mehr – gerade junge Leute – fast täglich auf den Ohren haben. Es gebe aber auch viele Leute, die Lärm an ihrem Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Hörakustikerin mit Kunden jeden Alters zu tun hat. Schlechtes Hören ist also nicht ausschließlich ein Altersproblem. Aber Verena Werner sieht auch positive Entwicklungen: Bei Kindern würde heutzutage viel mehr auf Hörschutz geachtet als früher. Etwa bei Veranstaltungen. Das Schönste an ihrem Beruf sei es, wenn die Kunden wieder richtig hören können und „zufrieden rausgehen“, sagt Verena Werner. Wenn sie jedes Vogelzwitschern und jedes Gespräch wieder klar und deutlich verstehen können. Denn das sei ein großes Stück Lebensqualität.

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