Sanierungsmaßnahme

Sechs Männer – und der Steg des Rudervereins ist (fast) futsch

Nach rund 25 Jahren muss die Steganlage am Datteln-Hamm-Kanal erneuert werden – der Waltroper Ruderverein von 1928 e. V. will das Projekt in Eigenregie stemmen.
Packten kräftig an: (v. l.) Norbert Schütze, Arnold Joraslafsky, Bernhard Kampmann, Michael Schmolders, Martin Goer und Rainer Finkenbusch vom Waltroper Ruderverein. © Ruderverein Waltrop

Nichts ist für die Ewigkeit. Das gilt auch für den Steg des Waltroper Rudervereins. 25 Jahre, nachdem die rund 30 Meter lange Anlage am damals frisch ausgebauten Datteln-Hamm-Kanal installiert wurde, ist jetzt eine Runderneuerung notwendig geworden. Und dafür packten Martin Goer und Rainer Finkenbusch vom Ausschuss Haus & Hof mit ihrem Helferteam jetzt kräftig an.

„Schon bei der Untersuchung des ersten Teils von insgesamt vier Stegsegmenten war uns aufgefallen, dass die Anlage dringend saniert werden muss“, berichtet Martin Goer gegenüber unserer Zeitung. „In der Alukonstruktion waren Risse und starke Korrosionsschäden festzustellen. Da musste jetzt gehandelt werden.“ Mithilfe von Kampmanns Traktor wurde zunächst der halbe Steg samt Aufgängen ins Ufer geholt.

Mithilfe seines Traktors hebt Bernhard Kampmann ein mehrere Hundert Kilogramm schweres Stegelement an Land. © Ruderverein Waltrop © Ruderverein Waltrop

Allerdings ist nicht der Waltroper Ruderverein Eigentümer der Anlage, sondern der Kanalfiskus. Der Verein hat sich aber zur Instandhaltung verpflichtet. Daher hatte der Vorstand Kontakt mit dem zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt aufgenommen, um die Situation zu schildern und mögliche Kostenübernahmen zu klären.

Doch die Antwort der Bundesbehörde konnte die Waltroper Wassersportler nicht überzeugen. Möglicherweise wäre die Steganlage über viele Monate stillgelegt worden – und damit wären die zahlreichen Aktiven des gut 200-köpfigen Vereins nicht mehr auf den Kanal gekommen.

Stillstand will der Verein nicht in Kauf nehmen

Da dies für den aktiven und bekanntlich sehr erfolgreichen Waltroper Ruderverein undenkbar war, entschlossen sich Vorstand und Ausschuss, den Steg in Eigenregie Schritt für Schritt zu erneuern. Dass dafür eine Summe von rund 10.000 Euro notwendig ist, konnte den Verein nicht abhalten.

Und was passiert jetzt mit dem trockengelegten Steg? „Zuerst müssen die Schwimmkörper mit dem Hochdruckreiniger gesäubert werden“, sagt Martin Goer. „Man glaubt gar nicht, wie viele Muscheln da abgekratzt werden müssen.“ Danach gelte es, die Schadstellen auf der Unterseite mit Metallflicken auszubessern und die Oberseite mit Glasfasermatten zu laminieren. Schließlich würden die Abgänge geschweißt und verstärkt. „Wir hoffen, dass der Winter nicht zu kalt wird“, betont Martin Goer, „denn vor allem das Laminieren ist bei frostigen Temperaturen nicht möglich.“

Dabei steht der Ausschuss unter einem gewissen Zeitdruck. Schließlich muss auch die andere Hälfte des Stegs noch repariert werden. „Schön wäre es natürlich, wenn das Vorhaben bis Mai erledigt wäre“, betont Martin Goer. Denn für Mitte Mai steht die 42. Auflage der Waltroper Jungen-und-Mädchen-Regatta an, die nach zwei Corona-Ausfällen auf jeden Fall stattfinden soll. Dafür sei die komplette Steganlage eine dringende Voraussetzung. Im Sommer wird sie aber bekanntlich auch von zahlreichen Schwimmern und „Sonnenanbetern“ genutzt.

Auch das Sportstättenprogramm wird genutzt

Und noch mehr hat sich der Ausschuss Haus & Hof vorgenommen: Nachdem in den letzten Monaten die feuchten Kellermauern mit Unterstützung des NRW-Sportstättenprogramms saniert werden konnten, steht nun noch die Renovierung des Clubraums (Elektro, Fenster, Decke etc.) und der Sanitäranlagen in der Jungen-Umkleide an. So ist das eben, wenn ein Verein eine eigene Sportanlage unterhält: Es gibt immer etwas zu tun!

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